Shibari funktioniert auf eine gewisse Weise. Es gibt eine Art innerer Logik, die sich in ästhetischen Prinzipien, bestimmten Fesseltechniken, dem Umgang zwischen den Beteiligten und anderen Faktoren ausdrückt.

Gleichzeitig bringen wir alle bestimmte Erfahrungen mit. Aus unseren Beziehungen, unseren Hobbies, unseren früheren Erlebnissen, kurz: unserem gesamten Leben.

In den Lessons habe ich jetzt, gerade in den letzten Wochen, bemerkt, dass jede und jeder von Euch sich Shibari anders zu eigen macht. Jede und jeder von euch (oder besser: uns!) greift beim Lernen auf ganz bestimmte Erfahrungen zurück, um bestimmte Fessel-Situationen zu begreifen und in den eigenen Erfahrungshorizont einzubetten.

Manche von Euch orientieren sich am Tanzen, was sich in eleganten, weichen, rhythmischen und sehr auf den Partner fixierten Bewegungen zeigt. Andere setzen komplexe visuelle Bilder um und ziehen eine Menge Verständnis aus genau dieser visuellen Ebene. Ich selbst ziehe ganz viel aus, naja, Sex im weiteren Sinne.

Für mich als Lehrer ist es eine der grössten Herausforderungen, Euren Erfahrungshintergrund in Eurem Fesseln zu sehen, zu erkennen, und wertzuschätzen, denn dieses macht einen wichtigen Teil Eures Stils aus und trägt massgeblich zu Eurer Qualität als Fesselnde bei.

Wie seht Ihr das?