Harukumo, Ropeknight und Osada Steve diskutieren Konzepte für den Shibari-Unterricht.

In der Juku gibt es zwei Formen von Shibari-Unterricht: Privatunterricht und Workshops. Ich unterrichte zwei Stile, Yukimura-Ryû und Osada-Ryû. Beide Stile sind sich darin sehr nahe, dass der Schwerpunkt auf dem Erleben und der Kommunikation mit dem Gegenüber liegt. Neben diesen beiden Fesselstilen zeichnet sich der Unterricht in der Juku durch ein präzises Konzept aus. So können wir einerseits auf die individuellen Stärken und das Können der Lernenden eingehen, andererseits aber auch eine strukturierte Ausbildung im Rahmen der beiden Ryû geben.

Ich bin zertifizierter Osada-Ryû– und Yukimura-Ryû-Instruktor. Die Stile haben vieles gemeinsam und lassen sich darum gut gemeinsam oder wechselweise unterrichten.

Privatunterricht Yukimura-Ryu

Yukimura-Ryû ist ein minimalistischer Stil. Die Techniken sind ruhig und subtil, um intensive Gefühlsregungen zu erzeugen.

Die Grundtechniken lassen sich mit wenigen Seilen durchführen. Es werden zumeist auch dünnere Seile mit einem Durchmesser von 4 bis 4.5 mm verwendet. Die Bodentechniken werden so leichter, schneller und eleganter umgesetzt. Ausserdem entstehen so filigranere Muster und effizientere Bewegungen. Dadurch bekommt das Yukimura-Ryû seine einzigartige Eleganz.

In Zusammenarbeit mit Michael Ropeknight und Osada Steve habe ich ein definiertes Kyû-System entwickelt, in dem die philosophischen, ästhetischen und theoretischen Elemente zusmamengefasst sind. Dieses Ausbildungssystem ist weltweit einzigartig und seit 2020 in Gebrauch.

Im Privatunterricht steht die Entwicklung der Lernenden im Vordergrund. Wichtiger als die Pattern sind hier die Entwicklung und Ziele der Schülerinnen und Schüler.

Privatunterricht Osada-Ryû

Das Osada-Ryû fokussiert sich auf die Bedürfnisse des Partners, zeichnet sich aber durch eine grössere Dynamik und grössere Bandbreite der Techniken aus.

Dabei werden komplexe Pattern sowie mehr Teilsuspensions und Suspensions durchgeführt als im Yukimura-Ryû. Allerdings steht auch hier die Interaktion zwischen den Beteiligten im Vordergrund. Auch die Ästhetik, die sich durch den sinnlichen Ausdruck ergibt, spielt eine grosse Rolle.

Im Privatunterricht werden nicht nur Techniken und Muster unterrichtet, sondern auch die nonverbale Kommunikation geschult. Dabei sind die „9 Pforten“ des Osada-Ryû besonders wichtig. Diese Grundprinzipien prägen das Verständnis der Osada-Ryû-Fesselnden.

Die 9 Pforten sind:

  1. Tachi-ichi, 立位置 – Position
  2. Ma-ai, 間合い – Distanz
  3. Sabaku, 捌く – Seilführung
  4. Urawaza, 裏技 – Versteckte Techniken
  5. Ki, 気 – Energie
  6. Kankyû, 緩急 – Tempo und Rhythmus
  7. Kan, 勘 – Intuition
  8. Muganawa, 無我縄 – Leerer Geist
  9. Kuden, 口伝 – Mündliche Überlieferung

Die 9 Pforten sind der theoretische Kern des Osada-Ryû und werden in den Stunden vermittelt.

Workshops

Neben Privatlektionen organisieren wir auch hin und wieder Workshops. Es gibt im Wesentliche zwei Arten von Workshops: Zum einen die, die wir selbst durchführen. Diese richten sich hauptsächlich an Einsteiger und Neulinge, die sich einen Einblick ins Shibari und/oder die beiden Stilrichtungen Osada-Ryû und Yukimura-Ryû holen wollen.

Qualität und ein gutes Betreuungsverhältnis ist uns wichtig. Darum achten wir darauf, kleine Gruppen zu haben (maximal vier bis fünf Paare), so dass wir so intensiv wie möglich mit Euch arbeiten können.