Harukumojuku

Japanisches Kulturzentrum

Kategorie: Erlebnisberichte

Instruktoren-Lizenz

Am 20. April 2019 wurde ein Traum für mich wahr. Nach vielen Jahren Training und Ausbildung bekam ich von Steve persönlich die Instruktoren-Lizenz überreicht bekommen. Seit diesem Tag bin ich offiziell lizensierter Osada-Ryû Instruktor.

Übergabe der Instruktoren-Lizenz am 20. April 2019 im Studio SIX in Tokyo

Dies ist ein Meilenstein in meiner Entwicklung als Performer, aber auch als Lehrer. Nachdem mir Yukimura-sensei bereits 2014 den Auftrag mitgegeben hat, seinen Stil zu unterrichten und in seinem Geist weiter zu performen, kommt jetzt noch eine zusätzliche Verantwortung dazu.

Der Weg war lang und begann bereits 2005, als ich das erste Mal im Studio SIX zu Gast war, und lange Zeit war gar nicht sicher, ob ich überhaupt jemals lernen würde, Shibari zu machen. Nach einem ersten Workshop in Deutschland hatte ich durchaus Zweifel, ob ich überhaupt das richtige Gefühl in den Fingerspitzen hatte.

Aber meine Zeit im Studio SIX und das Engagement haben Früchte getragen!

Dazu sei zu sagen, dass Harukumo mir seit 2005 als Männchen für alles im Dojo zur Hand ging, und über die Jahre sich zum Muster- und Vorzeigeschüler emporarbeitete.
Lies: Nach 14 Jahren intensiver Befassung mit Osada-ryu ist hiermit ersichtlich, dass eine Instruktoren-Lizenz nicht mal ebenso im Fernstudium verliehen wird

Osada Steve

Review: Osada Steve in der Schweiz – Die Workshops

Workshops und Einzelstunden

Im August hatten wir das erste Mal Steve bei uns zu Gast. Nachdem Yoko und ich beinahe zwei Jahre lang darauf hingearbeitet haben, war es endlich soweit, und Steve kam uns in der Schweiz besuchen.

In der Juku konnten wir ihn unterbringen und hier fand auch der Einzelunterricht statt. Yoko und ich habe die Stunden unterstützt, indem wir für die Lernenden Fotos und auf Wunsch Videos gemacht haben, so dass sich die Lerndenen und ihre Modelle voll auf die Lektionen konzentrieren konnten.

Inhaltlich stand die Interaktion zwischen dem Fesselnden und dem Modell im Vordergrund. Subtilität, Zurückhaltung und das Verstehen seines Gegenübers waren dabei die wichtigen Inhalte. Meistens wurde am Boden gefesselt, mit nur zwei bis drei Seilen, und zahlreiche Techniken waren inspiriert von Yukimura-ryû.

Es war für mich eine grosse Ehre, nicht nur, dass Steve so lange bei uns war, sondern auch, mitzuerleben, wie sich die Lernenden voller Neugier und Offenheit auf diese Herausforderungen eingelassen haben.

Neben den Einzelstunden hatten wir natürlich auch noch die Workshops. Zwei jeweils eintägige Workshop und einen zweitägigen Workshop konnten wir anbieten, so dass sowohl für unser Schweizer Freunde und Bekannten als auch für unsere Freunde im Ausland genug Möglichkeiten bestanden, von Steve zu lernen.

Neben den Workshops in der Juku hat Steve ausserdem an einem dritten Wochenende an zwei Tagesworkshops im Secret56 unterrichtet. Mit den Macherns des Secret sind wir ja seit langem eng befreundet, und als wir im Frühjar 2018 die Zusage hatten, dass Steve kommen würde, haben wir natürlich gleich den Kontakt gesucht. Durch die Vernetzung konnten wir einer noch grösseren Gruppe die Gelegenheit bieten, direkt bei Steve zu lernen, ohne nach Japan gehen zu müssen.

Die Workshops im Secret waren für grössere Gruppen ausgerichtet als in der Juku, so dass während der zwei Tage neben Yoko und mir auch Vinciens und Kenyade aus Wien als Co-Instruktoren eingeladen waren. Auf diese Weise konnten wir die hohe Betreuungsqualität aufrecht erhalten und dafür sorgen, dass alle Teilnehmenden ideal betreut waren.

Wir haben alle viel gelernt in diesen drei, fast vier sehr intensiven Wochen. Es war das bisher grösste Projekt der Juku, und auch wenn wir hier und da ein wenig improvisieren mussten, lief doch alles sehr gut. Wir sind jedenfalls schon gespannt, was das noch junge Jahr 2019 uns bringen wird!

Extasia 2016

Auch in 2016 waren wir wieder auf der Extasia, dieses Mal allerdings nur am Samstag und nicht an beiden Tagen. Die Extasia fand vom 2. bis 12. Dezember, Freitag bis Sonntag, statt. Stargast waren dieses Mal Micaela Schäfer und auch Lena Nitro war wieder mit von der Partie.

Die Extasia das Jahr war leider nicht ganz so schön wie in den Vorjahren. Bisher war sie ja immer im Eishockey-Stadion, auf dicken Gummi-Matten direkt auf dem Eis. Das hat zwar über mehrere Stunden für kalte Füsse gesorgt, war aber von der Location her grösser als es dieses Mal in der Messehalle war. Eine Menge Stände waren entsprechend gar nicht mehr dort vertreten und es schienen auch weniger Besucher zu sein als in den Vorjahren.

Nachdem wir schon erfolgreich an den Porny Days Ende November aufgetreten waren, war der grösste Druck natürlich schon ein wenig einer gewissen Routine gewichen, so dass wir uns mehr auf die Freude an der Performance konzentrieren konnten.

Yoko und ich waren dennoch gespannt, denn anders als im Vorjahr hatten wir dieses Mal den Zeitslot abends um 21 Uhr. Primetime, sozusagen, und erst unsere zweite gemeinsame Performance, beziehungsweise die zweite gemeinsame Choreographie.

Bühnenelement Extasia 2016

Bühnenelement Extasia 2016

Auch dieses Jahr hielt die Bühne einige Überraschungen bereit. Wie üblich gab es auf der Bühne einen kleineren Aufbau, auf dem das rote Interview-Sofa stand. Dieser Aufbau sorgte für eine Stufe, die zirka 50cm hoch war… und genau über dieser Kante befand sich der Hängepunkt! Schockiert machte sich daraufhin Jack the Rigger an die Arbeit und in Zusammenarbeit mit dem Organisator wurde wortwörtlich über Nacht vom Donnerstag auf den Freitag ein Bühnenelement mit passenden Füssen ausgestattet. Ohne diesen Einsatz hätten wir unmöglich auftreten können, da die Fesselnden sonst permanent mit einem Bein über dem Abgrund hätten arbeiten müssen und die aufgehängten Modelle ja direkt über der Kante wieder auf den Boden heruntergelassen worden wären. Das war leider wirklich nicht gut vorbereitet, was auch daran lag, dass dem Veranstalter nicht wirklich klar war, wie unsere Performances aussehen würden.

Futomomo

Extasia 2016 by Elena

Zum zweiten Mal hatten wir Elena dabei, die unsere Show fotografiert hat. Ihr zweiter Einsatz am Bühnenrand, umringt von den ganzen Profi-Fotografen (und denen, die sich dafür halten). Zu Beginn zeigten sich die anderen noch grossmütig und liessen ihr einen angenehmen Platz direkt vorne mit dem Hinweis, sie würden ja ohnehin „eher andere Dinge“ fotografieren als das, was von einer Bondage-Perfo zu erwarten war. Die Performance ging gut, deutlich besser und lockerer als in 2015. Damals musste Yoko mir noch mittendrin immer wieder mal zuzischeln, was jetzt als nächstes kommt, weil ich so nervös war, dass ich einen Teil des Ablaufs irgendwie nicht recht behalten konnte. Aber mit der zusätzlichen Erfahrung im Rücken ging es dieses Mal wirklich mit viel Engagement und Leidenschaft.

Extasia 2016 by Elena

Extasia 2016 by Elena

Kaum legten Yoko und ich dann aber los, war es mit der Grosszügigkeit schnell vorbei und Elena musste die Kamera trotz stossender Ellenbogen und drängender Knipser ruhig halten. Tja, sieht so aus, als hätten wir den Geschmack der Mehrheit getroffen. Gut, das ist auch nicht weiter verwunderlich, Yoko ist eine begnadete Performerin und man kann sich immer darauf verlassen, dass sie die Menge zu fesseln weiss.

Generell fand ich die Erfahrung völlig anders, auf der grossen Bühne zu stehen. Es war befriedigend und anregend, nicht nur eine „sportliche“ Herausforderung, sondern richtiges Shibari. Der Unterschied zu den intimeren Sessions in der Juku war natürlich da und deutlich spürbar, aber es war eben einfach eine Verschiebung der Schwerpunkte, nicht etwas qualitativ völlig anderes.

Insofern freuen wir uns auf die nächste Gelegenheit, einer interessierten Gruppe unser Shibari zu zeigen!

Extasia 2015

Nachtrag: Die Extasia ist gut gelaufen, hier gibt es ein Video von unserer allerersten gemeinsamen Bühnenperformance zu sehen. Es ist alles gut gelaufen, auch wenn mir etwas mehr Erfahrung sicher nicht schaden kann, und ich freue mich schon auf das nächste Mal!

Meine Partnerin Yoko Sumii und ich werden am kommenden Wochende (28.-29.11.) auf der Extasia in Basel unsere erste gemeinsame Bühnenperformance machen. Wir sind schon sehr gespannt wie es wird und sind diese Woche noch intensiv an den Proben.

Wenn ihr uns zusehen wollt, wir sind am Samstag um 17:30 und vielleicht noch ein zweites Mal am Sonntag um 15 Uhr auf der Hauptbühne zu sehen.

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